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Was wurde eigentlich aus…?

Nach einem Pilot-Projekt der 5B des Vorjahres werden wir von nun an in loser Reihenfolge Interviews mit ehemaligen SchülerInnen unserer Schule veröffentlichen. Wie sehen sie ihre Schulzeit im Rückblick, hat die Zeit im Gymnasium für sie Sinn gehabt, wie ist ihr Weg weiterhin verlaufen? Werden die Antworten und Lebenswege sehr verschieden oder eher ähnlich ausfallen? Wir sind gespannt!

Übrigens, wer eine/n Absolventin/en des BRGORG Henriettenplatz kennt und ein Interview mit ihm / ihr führen oder vermitteln möchte, ist eingeladen, sich an das Medien-LehrerInnenteam zu wenden.

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Interview mit Alexandra Klima

(Maturajahrgang 2012)

 

Faryal RASULI, 5B: Guten Tag, Frau Klima, ich danke Ihnen, dass  Sie  sich Zeit genommen haben, um ein Interview mit mir durchzuführen.

Alexandra KLIMA: Sehr gerne!

F: Was ist ihr derzeitiges Studium?

AK: Ich studiere Jus am Juridicum Wien.

F: Wie sind Sie gerade auf diese Ausbildung gekommen?

AK: Meine Eltern sind beide Juristen, haben also auch Jus studiert, und ich wollte schon als Kind, ich  glaub, mit 10, Jus studieren - deshalb war es eben immer klar für mich: Ich will entweder Anwältin werden oder jedenfalls irgendetwas mit Jus machen.

F: Wenn Sie die Zeit zurück drehen könnten, würden Sie also wieder dieses Studium auswählen!?

AK: Ja, auf jeden Fall !

F: Wie lange studieren Sie schon?

AK: Vier Semester, also zwei Jahre.

F: Welche Bedingungen muss man erfüllen, damit man dieses Studium absolvieren kann?

AK: Also erst einmal muss man die Matura machen -  und dann muss man sehr viel auswendig lernen! Ich arbeite jetzt für eine Prüfung, für die man sich 1600 Seiten einprägen muss. Außerdem muss man sich für das Fach interessieren und gewisse Voraussetzungen mitbringen: zum Beispiel gut reden können, offen sein und die Materie gut verstehen.

F: Wie lange dauert das Jus-Studium?

AK: Vier Jahre, bis man den Magister machen kann. Danach kann man  noch zwei Jahre weiter studieren, wenn man den Doktor machen will, und wenn man Anwältin und Richterin werden will, dann muss man extra Prüfungen machen.

F: Macht es Ihnen Spaß zu studieren?

AK: Es macht schon Spaß, aber es ist sehr anstrengend. Also am Anfang lernt man für Fächer wie zum Beispiel Rechtsgeschichte oder Römisches Recht -  also Dinge, die man halt später in der Praxis nicht braucht. Aber im zweiten Abschnitt wird es interessant und dann macht es schon viel mehr Spaß - aber es ist, wie gesagt, viel zu lernen.

F: Brauchen Sie das Fach Medien noch, z. B. für Ihr Studium?

AK: Ja, man kann das schon gut verwenden, weil man sich halt besser mit dem Computer auskennt. Man braucht aber auch im Jus-Studium selbst Medienkenntnisse, das heißt, man muss extra Prüfungen über Computer, Suchmaschinen usw. ablegen. Ansonsten wende ich das Medienwissen beim Studium nicht direkt an, aber privat hilft es viel.  Man weiß zum Beispiel, wie man Filme schneidet usw. Also die Sachen, die man in Medienkunde lernt, kann man schon gut brauchen.

F: Wie lange lernen Sie pro Tag für eine Prüfung?

AK: Also für jeden Tag ist es schwer zu sagen, aber wir haben meistens dreimal im  Semester große Prüfungen, und für die muss man circa 1 Monat lernen, und für kleinere 4-5 Tage, so zwischen Klausuren. Ich denke, im Durchschnitt so drei Stunden…

F: Welchen Unterschied gibt es zwischen den Professoren an der Schule und an der UNI?

AK: An der Schule ist es viel persönlicher und die Professoren kennen dich. An der Uni ist es ihnen egal, wer du bist, weil wir da irgendwelche „Nummern“ sind, und es ist für sie gleichgültig, wer vor ihnen sitzt. Also es gibt keine wirkliche Beziehung zwischen den Studenten und den Professoren, außer in Kursen, die länger dauern.

F: Welche Vorteile und Nachteile haben Uni und Schule?

AK: Der Vorteil der Schule ist, dass man  weniger lernen muss. Ein Vorteil an der Uni ist, dass du dir alles selber einteilen kannst, du musst nicht um 8 Uhr aufstehen, sondern du kannst selbst einteilen, wann auf die Uni gehst und wann du zu Hause bleibst.

F: Was würden Sie nach dem Studium gerne machen?

AK :Ich weiß es noch nicht genau, aber ich will entweder Anwältin werden oder in der Rechtsabteilung einer Firma arbeiten.

F: Wenn Sie an den Henriettenplatz zurückdenken, welche positive Erinnerungen an die Schulzeit fallen Ihnen ein?

AK: Also es war  auf jeden Fall leichter als das Studium jetzt, man hat viel Allgemeines gelernt und nicht nur ein bestimmtes Gebiet. Man hat eine Klassengemeinschaft. An der Uni hat man schon Freunde, aber man sieht nicht immer dieselben Leute.

F: Das BRGORG 15 ist eine allgemeinbildende Schule. Was bedeutet für Sie Allgemeinbildung? Was kann man damit anfangen?

AK: Für mich bedeutet es, dass man nicht konkrete, begrenzte Sachen beherrschen muss,  sondern dass man einen breiten Überblick hat. Es hilft bei der Kommunikation, man kann sich über viele verschiedene Themen unterhalten und nicht - wie oft unter Juristen - nur über Jus.

F: Wie war Ihr Verhältnis zu den Professoren und den Klassenkameraden?

AK: Sehr gut eigentlich, ich hatte mit gar keinem Lehrer irgendein Problem und mit mein Klassenkameraden genauso wenig.

F: Gab es in Ihrer Klasse eine gute Klassengemeinschaft?

AK: Ja, ich glaube schon, wir waren in der 8.Klasse nur mehr 16 Schüler/innen, aber es hat sehr gut funktioniert.

F: Was hat Ihnen am Henriettenplatz nicht so gut gefallen?

AK: Es hat  halt organisatorisch nicht immer alles sehr gut geklappt. ;-)

F: Ein Tipp, den Sie heutigen Schüler/innen mitgeben möchten?

AK: Lernen, lernen! (Oder: Lernen lernen!?) Das haben uns die Lehrer/innen immer gesagt, aber wir haben immer gemeint, wir lernen einen Tag vorher, und das genügt. Das geht halt beim Studium nicht, sondern man muss wirklich rechtzeitig, z.B. einen Monat vorher, zu arbeiten beginnen. Aber nicht nur auswendig lernen – sondern man muss auch verstehen, was man lernt. Und: man sollte die Zeit in der Schule genießen, denn so leicht ist es nie wieder.

F: Ich danke Ihnen für das Interview und wünsche Ihnen viel Erfolg für Ihren weiteren Lebensweg.

AK: Danke schön.